Der Weg zu Open Simulator ist wahrhaft lange, steinig und gewunden. Wahrscheinlich haben die Meisten, wenn nicht Alle, die an OpenSim interessiert sind, mit Second Life angefangen und dann davon gehört, und wollten es, aus welchem Grund auch immer, einmal ausprobieren. Dieser Eintrag (oder eher, diese Serie von Einträgen) will meine persönliche Herangehensweise an OpenSim beschreiben und soll daher keinen umfassenden Reiseführer zu allem, was mit OpenSim zu tun hat, darstellen. Meine Ansicht ist einzigartig, und kann für Sie funktionieren, oder auch nicht, was mit Ihren eigenen Bedürfnissen, technischen Fähigkeiten und persönlichem Engagement zusammenhängt.
Das erste, was man verstehen muss, bevor man in die technische Seite von OpenSim einsteigt, ist die Geisteshaltung. Es gibt eine Menge Verwirrung zu Worten und Konzepten, daher will ich hier zunächst etwas abschweifen: Erstens, OpenSim ist kein “Ort”. Es ist noch nicht mal ein “Dienst”, wie Linden Labs Second Life gerne bezeichnet. Es ist vielmehr ein Software-Projekt welches zum Ziel hat, eine quelloffene Serversoftware zu erstellen, mit der man eine secondlife-ähnliche Umgebung laufen lassen kann.Bedenken Sie daher, dass Sie über eine Menge Orte reden, wenn Sie davon sprechen, “nach OpenSim” zu “gehen”.1 OpenSim geht allerdings über das, was Second Life bietet oder bieten kann hinaus und nimmt mehrere neue Technologien, die Second-Life-Nutzern unbekannt sind, mit auf: Hypergrid, Megaregionen, Realxtend, Lightshare, Meshmerizer, usw. Die Liste ist lang. Die Grundregel ist: Alles kann, nichts muss. Um Verwirrung und Frustration zu vermeiden, lassen Sie uns allerdings vorab einige Worte klären:
Open Simulator, wie bereits bemerkt, ist der name des Software-Projekts, wie auch der Software selbst, die nötig ist, um eine SL-Umgebung auf dem eigenen Gerät laufen zu lassen. Das Projekt ist quelloffen und jeder kann mitarbeiten.
Ein Avatar ist ein virtueller Repräsentant eines Computers, der in eine OpenSimulator Installation eingeloggt ist. Avatare müssen nicht zwingend von einem menschlichen Nutzer bedient werden. Um “echte” von computergesteuerten Avataren zu unterscheiden, nennt man die Letzteren üblicherweise Bots. Ein Nutzer kann mehrere Avatare haben, da man normalerweise so viele Konten auf einer OpenSim-Installation haben kann, wie man will.
Viewer sind die Software, die notwendig ist, um in eine OpenSim-Installation einzuloggen und sie mit Hilfe des Avatars zu erleben. Es gibt eine große Anzahl verschiedener Viewer, die öffentlich erhältlich sind, und sie sind normalerweise quelloffen und kostenlos. Ich persönlich nutze den Imprudence-Viewer für fast alle Fälle.
In-world bedeutet alles, was ‘innerhalb’ einer OpenSim-Installation geschieht, wenn man eingeloggt ist und sie durch den Viewer erlebt.
Ein Simulator, oder kurz Sim, ist eine OpenSim-Installation, die auf einem Gerät läuft. OpenSimulator kann in verschiedenen Einstellungen laufen, daher unterscheiden sich Sims stark. Zum Beispiel ist ein Standard-Diva-Distro-Standalone mit 4 Regionen eine Sim, ebenso ein Grid wie der 3rd Rock Grid, auf dem hunderte Regionen laufen und tausende Benutzer verwaltet werden. Eine Sim ist nicht dasselbe wie eine Region, oder ein Grid!
Ein Grid ist eine OpenSim-Installation, die Assets getrennt von Regionen verwaltet. OpenSim in der Grid-Einstellung laufen zu lassen ermöglicht es anderen, ihre Regionen mit dem Grid zu verbinden.
Eine Standalone ist eine OpenSim-Installation, die Assets und Regionen gemeinsam verwaltet. Standalones sind einfacher zu handhaben als Grids, und reichen normalerweise für private Zwecke aus.
Eine Region ist ein quadratisches Stück virtuellen Landes, welches ein Gebiet von 256 x 256 Metern bedeckt. Eine Sim kann (und wird normalerweise auch) mehrere Regionen beinhalten. Megaregionen sind eine Erweiterung der Standardregion. Sie werden aus Standardregionen “zusammengesetzt” und ihre Größe ist daher immer eine Mehrzahl von 256 x 256 Metern. Der Vorteil von Megaregionen gegenüber normalen Regionen ist der, dass man nicht den üblichen Lag erfährt, wenn man von einer Region in die nächste wechselt. Es gibt auch einige Nachteile, da die Megaregion-Technologie noch entwickelt wird.
Eine Parzelle ist ein Bruchteil einer Region (erstellt mit dem Land-Editor Werkzeug im Viewer). Parzellen können individuelle Einstellungen innerhalb einer Region in Bezug auf Medien, Zugang, Sicherheit usw. haben.
Assets sind virtuelle Dinge. Eigentlich sind sie die Summe der virtuellen Dinge auf einem bestimmten Simulator. Assets können Texturen, Prims, Objekte, Animationen, Sounds, Gesten, Kleidung, und eigentlich alles sein, was Nutzer in ihrem Inventar haben können.
Prims sind die Bausteine aus denen alles in der Welt errichtet ist. Sie können (mit der Ausnahme von Sculpties) mit den Werkzeugen im Viewer in-world erstellt und bearbeitet werden.
Sculpted Prims, oder kurz Sculpties, sind eine spezielle Art von Prim welche eine Grafikdatei (Sculptmap genannt) als Referenz dafür verwendet, wie es aussehen soll. Der Gedanke dahinter ist der, dass jeder Pixel in einer Grafikdateil mindestens drei Informationen beinhalten kann, welche die Werte für den roten, grünen und blauen Kanal darstellen, die wiederum in der Mischung die gewünschte Farbe ergeben. Diese Werte, wenn man sie einzeln nimmt, werden als die Vektoren auf der X, Y und Z Achse des Sculptie interpretiert. Um Sculpties zu erstellen benötigt man eine 3D-Modellsoftware. (Ich benutze dafür Blender.) Sie werden nach OpenSim importiert, indem man die Sculptmap hochläd und sie auf ein Prim anwendet.
Ein Teleport ist ein Sprung von einen Ort in einer Sim zu einem anderen.
Hypergrid ist eine Technologie, die es Nutzern ermöglicht, zwischen verschiedenen Sims zu teleportieren, egal ob Standalones oder Grids. Ein Hypergrid-Teleport erfordert nicht, dass der Nutzer auf der Zielsim ein Konto hat, und ermöglicht ihnen, die eigenen Assets mitzunehmen.
- In etwa so, wie Deutsche sagen, sie “gehen nach Amerika”, wenn sie meinen, dass sie Strandurlaub in Florida machen. [↩]










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