19

Jan

by V

So steig‘ ich dann der Sonne nach
Wo immer sie auch brennen mag
Und wandere in ihrem Schein
Auf ewig hinter Schatten drein

Wenn eins ums and‘re Blatt verweht,
Wenn kein Stein auf dem and‘ren steht
Wenn aller Städte Mauern fallen
Und in der Leere wiederhallen

Wenn alle Lebenden und Toten
Die Sünder und die Gottesboten
Einander nicht erkennen können
Und von der eig‘nen Wahrheit tönen..

Dann führt kein Weg uns mehr zurück
Und weiter geht es auch kein Stück
Dann weht um uns streng aus Nordwest
Ein Eiseswind, des Winters Schwert
Das mitten durch die Menschen fährt
Und unser Blut gefrieren lässt.

Und wenn noch Feuer brennen kann
Und wenn ein wenig Schnee zertaut
Dann wahrlich Gott, es werden dann
Seltsame Häuser Dir gebaut.

So lass uns gehen, Du und Ich, hinein ins Feuer dieser Nacht
Vorüber an der Geisterwacht, und blicken ihm ins Angesicht.
So lass uns nun auf Berge steigen, rufen in das weite All
Wo es überall wiederhallt und um uns tanzt wie Sternenreigen.

Dein Wort, das Du mir aufgetragen nur allerorten aufzusagen,
Und ewiglich von Dir zu künden, von allen Tugenden und Sünden,
Von Ewigkeit und neuer Zeit, von Leid und von Glückseligkeit,
Von Beten, Buße und von Bann, oh Gott, was tust du uns nur an?

Ich werde nicht die Welt verändern und nicht klagen über Leid,
Keinem Menschen etwas sagen von meiner Zerrissenheit.
Sondern ewig immer weiter gehen, g’rade hier, schon wieder fort.
Komm’ wir bauen seltsame Häuser, komm’ wir bauen seltsame Häuser,
Komm’ wir bauen seltsame Häuser, mein Gott!

Wir sind einsame Inseln auf dem Meere der Zeit
Und wir driften vorüber in die Ewigkeit
Wir sind winzige Lichter in der Dunkelheit
Und wir leuchten nicht hell und nicht weit.

Wir sind träumende Affen, deren Mund offensteht
Und wir seh‘n zu den Sternen auf die niemand versteht,
Sind gefangen im Wahn dieser Wirklichkeit
Und der Affe träumt weiter von Unendlichkeit.

Das Leben – ein Spiel, die Sonne zum Ziel
Und alles and‘re ist schon viel zu viel.
Wir träumen den Traum von Zeit und von Raum
Und sitzen schlafend unterm Lebensbaum.

Guten Morgen, grim Horizon, how‘s your sleeping been last night?
Welchen Weg wirst Du mir weisen through the dark shores dieser Zeit?
Welche Wendung wird er nehmen, which direction will it go?
Will I ever reach the end or geht es ewig weiter so?

Bin ich Sonne, bin ich Mond, bin ich Tag oder die Nacht?
Bin ich der, der oben wohnt oder der, der unten wacht?
Und der ewig stille Regen verwischt langsam mein Gesicht;
Sieh‘ nicht hinter mich zur Sonne, denn die Sonne, die bin ich.

Und wir starren ins Nichts und wir seh‘n uns den Film an,
Den wir eben noch selbst gedreht.
Und wir schreiben mit Blut uns‘re eig‘ne Geschichte,
Die auch außer uns niemand versteht.

Ist nicht jedes Licht auch noch ein Teil der Sonne,
Und die Sonne ein Teil des Lichts?
Und welcher Teil bin dann ich?
Wahrlicht Du bauest seltsame Häuser, mein Gott!

Was seh‘ ich dorten vor mir steh‘n,
In Eisesluft und Schneeverweh‘n?
Durch schwarzer Äste wild geflirr
So schimmert es herein zu mir.

Ein Schemen nur, ein Geistgestalt,
Ein ewig stiller Wächter hier.
Phantome jagen durch den Wald,
Sind ringsumher und über mir.

Kann niemand sagen, was man meint,
wenn man vom Geist der Stille spricht?
Wenn man gar manche Zeit zerbricht?
Bloß hohle Worte, wie mir scheint.

Und wenn man schließlich gar zu oft
Bloß Bilder und nicht Worte sieht,
Wenn man darob die Menschen flieht
Und sich ein ruhigen Platz erhofft?

Warum nur findet man auch dann
Weitab von allem Wortgebrauch
Im allerstillsten dunklen Tann
Nur kalter Schatten schwarzen Hauch?

Wer ist‘s, der ewig seltsam webt?
Der felsengleich dort vor mir steht?
Mich packt, ich ihn nicht fassen kann?
Engel oder bloß toter Mann?

Wahrlich, Du bauest seltsame Häuser, mein Gott!

06 Schatten und Dunkelheit

Durch die Dunkelheit vertausendfacht zerfällt die Zeit.
Durch die Dunkelheit ganz eingeklemmt, doch endlos weit;
Bin bereit.

Und die Feuerstraßen flackern, weisen lodernd mir den Weg
Und ich brenn’ mit ihnen herrlich, werd’ vom Wind hinweggefegt.
Aus der Höhe seh’ ich Zeichen auf den Landen unter mir
Die scharf aus der Schwärze leuchten, wo ist das Hier?

Und drehen, drehen ohne Zahl, vergehen mit der Qual.
Ich falle leere Hallen weit durch alle Zeit, hab’ keine Wahl.
Niemand hält die Zeit, Dunkelheit.

Draußen auf dem Meer; gesenkter Blick, ich seh’ nichts mehr.
Draußen auf dem Meer der Silberwind weht zu mir her; übers Meer.

Gibt es hinter diesem Mond noch leere Sphären ohne Raum?
Liegt hinter dem Horizont ein neuer ungeheurer Traum?
Wie viele Antworten verbergen sich im Vorhange der Nacht?
Wie viele umgebrachte Seelen hat er um den Schlaf gebracht?

Wir bauen, bauen ewiglich die Mauer um das Tor.
Wir schieben, schließen ohne Scham dann Schloss und Riegel vor.
Wir dreh’n, wir dreh’n das Sonnenrad, wir halten fest den Wind.
Wir schauen durch die Dunkelheit wo wir geblieben sind.
Niemand hält die Zeit, Dunkelheit.

Stille ringsumher, in mir ist es leer.
Stille ringsumher, hier gibt es keinen Himmel mehr.
Ich trag’ die Erde durch das All, ich bring Gebirgsriesen zu Fall,
Ich bin gestorben tausend Mal, bin überall und ohne Zahl.
Und wer mich kennt, der sieht mich nicht, ich bin der Schatten ohne Licht.
Ich hab’ das Recht, ich hab’ die Pflicht, ich hab die Welt und dein Gesicht

Wir segeln, segeln Silberwind, wir fallen aus der Zeit.
Wir strahlen diesen Weg entlang und singen endlos den Gesang.
Ich lau’re in den Tiefen still, bin immer hinter dir.
Ich geh’ wohin ich gehen will und bleib’ doch immer hier.

Ich sah den Himmel entstehn, ich lass’ die Erde vergehn,
Ich hab’ die Sonne verdeckt und die Menschen verschreckt.
Ich bin der tiefere Grund, bin das Herz, bin der Mund,
Bin der Tod, bin das Leid, bin das Leben, die Zeit,
Ich bin Dunkelheit.

19

Jan

by V

06 The Darkness (acoustic)

06 The Darkness (electric)

I can’t sleep at night, I feel so cold, cold inside.
I can’t sleep at night, outside the streets burning bright.
In the night…

Hello there, my only friend, have you seen what they have done?
There is nothing to defend anymore.
Can you tell me what is true? Can’t you see that it’s a lie
Which is waiting there for you outside?

We fall, we fall through endless halls, we slip behind the screen.
We twist, we turn, we spin, we slide inside and outside of the dream.
No one sleeps inside.

I can’t see the sea, these walls stretch to infinity.
I can’t see the sea, above the sea they fly to me.

How can we ever be so sure as to where the fire burns?
For the truth is never true anymore.
They’re sailing up and down the streets in frigates, barks and Men O’War
While I shift sands upon the shore.

We climb, we climb the distant sun, we disembark the sea.
We swim with angels on these streets where I don’t want to be.

I wish I could die, this silence should’ve passed me by.
I wish I could die, above myself there is no sky.
It’s a lie…

Tomorrow’s always one day ahead, I stand here sinking in the sand,
Maybe if yesterday was dead there would be lines upon my hand.
And as I see what I’ve become, it’s just a dark hole in the sun.
Remembering what I have learned: The brighter we shine, the faster we burn.

We sail upon the silver winds, we sleep tomorrow’s dream,
We’re holes in the sun, we’re all anyone,
We’re masters of morrow, the sailors of sorrow,
The holes in the sun, holes in the sun, holes in the sun, holes in the sun,
I am… the hole… in the sun.

Tue nur wie Dir geheißen, rede ehrlich, frage nicht,
Dann gehörst Du zu den Weisen, denn Gehorchen heißt die Pflicht.
Lerne nur, was Du kannst brauchen, übe fleißig, schreibe schön.
Warum in die Tiefe tauchen, wo so wenig ist zu seh‘n?

Arbeite nur auch recht redlich, nimm Dein Geld und gib es her.
Immer nur mehr lernen geht nicht, habe teil auch am Verkehr.
Und dann baue kleine Häuser, welche man bewohnen kann.
Bist Du so komplett veräußert, freue Dich und stirb daran.

Darum gab uns Gott die Seele, daß man Gut und Böse wähle,
Daß man sich ums eine winde und das and‘re in sich finde.

Niemand breche diese Regeln, jeder führ‘ getreu sie aus.
Gib nur so, wie Dir gegeben, und baue kein Gotteshaus.
Jedermann ist erst zufrieden wenn ein jeder sich verzehrt
Und vom Blute seines Herzens Jedermannes Brut ernärt.

Doch ich kann nicht immer gut sein, auch ein Engel bin ich nicht
Denn ich breche alle Regeln bis die Regel selbst zerbricht.
Und ich gebe nicht den Kleinen, was für sie zu groß wird sein,
Sondern greife nach den Steinen, werfe jedes Glashaus ein.

Darum gab uns Gott die Seele, daß er uns mit Zweifel quäle
Doch für die Rettung aus der Qual geb‘ ich nicht meine Macht der Wahl.

Ich zerschlage alle Tafeln mit dem Recht von tausend Jahren
Und errichte Weidenbäume wo einst ihre Schreine waren.
Doch wenn ich auch Ton zerbreche, will ich dennoch Steine hauen,
Will mit Gott die Städte stürzen und seltsame Häuser bauen.

19

Jan

by V

Hey, hey Sysiphus, tust du das, was keiner muss?

Wo war’n wir, als der Regen anfing,
Wo war’n wir, als der Staub den Horizont verklebt,
Wo war’n wir, als die Silhouette der Nacht
Keine Helden mehr nach Sparta liess?
Hey, Sysiphus, wo war’n wir?

Und die Sterne wie Staub fielen um uns wie Laub
Und der Sand rinnt durch unsere Finger.
Sind wir hier, sind wir dort, oder an jedem Ort,
Vielleicht finden wir selbst uns ja nie mehr.

Wo war’n wir, als Achilles starb,
Wo war’n wir, als die Hesperiden lachten,
Wo war’n wir, als Prometheus zu uns kam
Um uns die Wege der Götter zu lehr’n?
Hey, Sysiphus, weisst du noch?

Wir war’n bei dir und trugen Steine zum Berg,
Wir war’n bei dir und gossen Wasser ins Fass,
Wir war’n bei dir und keiner wusste dass er dabei
Etwas Wesentliches grad’ versäumt.
Sysiphus, wir sind bei dir.

Hey, Hey, Sysiphus, dominus es caducus.

Hey, Sysiphus, wo war’n wir? Weisst du noch? Wir war’n bei dir.

Und der Wind bläst die Asche auf Troja’s Grab,
Die Sirenen rufen ins Leere.
Und kein Gott und kein Held uns’rer Sagenglanzwelt
Segelt je wieder auf diese Meere.
Betritt diese Leere nie mehr.

19

Jan

by V

Menschen, Mensch, den Menschen schaffen, so getan nach hellem Bild
Menschen, Mensch, Menschheit verderben, so getan mit Hass erfüllt
Lüge zeichnet diese Spezies, Lüge, Tod und schwache Form
Wär’ auf kurz nachdem er wurde fast im Strom der Zeit erfror’n.

So beginnt die alte Sage um ein Wesen, das heisst Mensch.
Hört man sie stellt sich die Frage: Ist’s denn Wahrheit, was ich sage?
Seh’ ich die Menschen leben heute – wenn man’s Leben nennen kann -
So wurden aus den Menschen Leute und nur als Leut man sterben kann.

Denn Wille ist dem Mensch gegeben. Allein der Wille lässt ihn sein.
Doch wenig Menschen seh’ ich leben und die ich seh’ sind meist allein
Denn merke nur wer leben will ist ein Mensch, darf einer sein,
All die andern sterben still doch sie sterben nicht allein.

So ist’s nun ein gefall’ner Engel oder nur ein toter Mann?
Endete er denn sein Leben nur weil er nicht leben kann?

02 Seltsame Häuser, Teil I

Wenn wir geh‘n hinunter an die Ufer einer neuen Zeit,
Steht ein schwarzer Nachen dort für uns bereits bereit
Und der Fährmann führt uns schweigend über Wogen still und klar
Zu den Ufern Mitternacht wo Elyssea einmal war.

Dort knie‘n wir nieder, du und ich, im Sternenstaub der leeren Nacht
Und warten auf den Leuchtturmhüter, der dies und noch mehr bewacht.
Und stellen uns auf Riesenschultern, blicken um uns wunderlich
Und wenn die Berge dann zerfallen, zieh‘n wir weiter, du und ich.

Und ewig wandern wir im Kreise, ewig geh‘n wir uns‘re Bahn,
Der eine macht das Feuer an, der and‘re wärmt sich auf daran.
Und überall, wohin wir kommen, seh‘n wir, daß wir hier schon war‘n.
Dem eig‘nen Schaffen untertan.
Wahrlich, du bauest seltsame Häuser, mein Gott